Deutscher Katholikentag findet 2018 in Münster statt

Der Deutsche Katholikentag 2018 findet vom 9. bis zum 13. Mai in Münster statt. Das hat die Vollversammlung des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK) einstimmig am 21. November in Bonn beschlossen. Zugleich beauftragte die Vollver-sammlung den Generalsekretär, die für die Durchführung des Katholikentags notwendige Mitfinanzierung durch Kirche und öffentliche Hand sicherzustellen. In Münster fand der Katholikentag bereits drei Mal statt: 1852, 1885 und 1930. 2018 wird es der insgesamt 101. Deutsche Katholikentag sein.

Der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, freute sich in einer ersten Reaktion, dass das ZdK die Einladung des Bistums angenommen habe. Er sei sich sicher, dass die Münsteranerinnen und Münsteraner gute Gastgeber sein würden, sagte Bischof Genn: „Der Katholikentag ist für uns eine große Chance, aber auch eine Herausforderung. Wir spüren, dass wir uns als Kirche wie als Gesellschaft in einer großen Veränderungszeit befinden. Die Frage ist: Wie bringen wir uns als Christinnen und Christen in den Dialog in einer offenen Gesellschaft ein und wie führen wir auch einen guten Dialog in der Kirche selbst. Wir möchten uns beim Katholikentag  den Herausforderungen stellen, vor denen Gesellschaft und Kirche stehen. Eine entscheidende Frage ist dabei für mich: sind wir wirklich eine Solidaritäts-Gesellschaft, in der der eine auf den anderen angewiesen ist, oder sind wir eine Gesellschaft, in der die Armen und Kranken, die Alten und aus ökonomischer Sicht Unproduktiven immer weiter ins Abseits gedrängt werden. In Münster – der Stadt des Westfälischen Friedens – wird zudem beim Katholikentag sicher auch die Frage diskutiert werden müssen, wie wir künftig Krieg, Terrorismus und einem religiösen Fundamentalismus Einhalt gebieten können. Wie aktuell diese Frage ist, erleben wir gerade in diesem Jahr sehr schmerzhaft. Schließlich werden unsere Gäste erleben: Münster ist vor allem wegen der 50.000 Studierenden eine junge, eine lebendige, eine lebhafte Stadt. Wo, wenn nicht in Münster, sollten wir von daher schauen, wie wir nicht nur einen Katholikentag für junge Leute, sondern auch einen Katholikentag von jungen Leuten feiern können. Dann könnte hoffentlich von Münster das Signal ausgehen: Die Kirche, das ist keine verstaubte und überkommene Institution, sondern eine junge und junggebliebene, eine fröhliche und lebenbejahende, eine diskussionsfreudige und einladende Gemeinschaft.“

Beim Aussprechen der Einladung im Rahmen der ZdK-Vollversammlung hatten Vertreterinnen und Vertreter aus dem Bistum Münster den Delegierten ihre Diözese vorgestellt. Notburga Heveling, die Vorsitzende des Diözesankomitees (dem obersten Laiengremium im Bistum), betonte dabei: „Ich wünsche mir einen Katholikentag in Münster mit einer klaren inhalt-ichen Ausrichtung, der Orientierung und Impulse gibt für das Leben in dieser Gesellschaft und in den globalen Zusammenhängen, in denen wir leben. Die inhaltliche Ausrichtung muss auch erkennbar sein an der Art wie der Katholikentag gestaltet ist, wie wir miteinander umgehen, wie diskutiert wird. Der Katholikentag sollte vielfältig und kreativ sein und viele beteiligen, die ihre unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen einbringen. Ich werde mich einsetzen für einen streitbaren, beunruhigenden Katholikentag, der weder gesellschaftliche noch kirchliche Tabuthemen kennt und Position bezieht zu Fragen in Kirche und Gesellschaft, die die Menschen beschäftigen. In diesem Sinne könnte der Katholikentag eine Art Zukunftswerkstatt für die Kirche in einer offenen Gesellschaft sein.“

Die jesidische Studierende Nalin Farec berichtete, dass viele ihre Verwandten im Nordirak unter einem schier unvorstellbaren Terror des Islamischen Staates (IS) litten. Ganze Familien würden ausgelöscht, insbesondere Mädchen und Frauen würden versklavt und vergewaltigt. „Was dort passiert ist schlimmer als Krieg, und ich befürchte, dass auch im Jahr 2018, wenn der Katholikentag nach Münster kommt, noch an vielen Stellen der Welt Gewalt und Terror herrschen werden. Dieser Terror macht nicht an Religionsgrenzen halt. Von daher wäre es ein wichtiges Zeichen, wenn auch wir beim Katholikentag in Münster über Religionsgrenzen hinweg gemeinsam für den Frieden beten und jedem religiös motivierten Fundamentalismus eine deutliche Absage erteilen könnten.“ Und Caroline Freitag, die in Münster studiert und Pastoralreferentin werden möchte, unterstrich: „Ich hoffe, dass der Katholikentag in Münster den Mut haben wird, auch kreative und neue Angebote zu schaffen, die junge Menschen ansprechen. Studierende haben gerade in dieser prägenden Lebensphase ein Gespür und Interesse für Fragen des Glaubens – doch dafür müssen sie sich auch in der Kirche mit ihren Vorstellungen, Wünschen und Bedürfnissen wiederfinden können."

Bevor es 2018 nach Münster geht, findet der 100. Deutsche Katholikentag vom 25. bis 29. Mai 2016 in Leipzig statt.

Für alle zwischen 10 und 20 Jahren
- bis 6. Januar 2018

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Katholikentagsbüro Bistum Münster
Horsteberg 1
48143 Münster
Tel. 0251 495-1131
katholikentag@bistum-muenster.de
 

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